Kernkompetenzen des Dialogs

Verlangsamen

Statt uns sofort auf ein Argumente-Pingpong einzustellen, versuchen wir kurz

innezuhalten und darauf zu achten, wie wir auf eine Aussage reagieren. Wir

versuchen unser Denken zu beobachten. Um diese Verlangsamung zu erleichtern und

zu unterstützen, benutzen wir beim Sprechen eine Kugel (oder so), die in der

Mitte liegt. So können wir auch verhindern, dass man sich ins Wort fällt. Nur

wer die Kugel hat, spricht.

Als weiteres Mittel zum Verlangsamen kann auch eine Klangschale dienen. Sie

wird angeschlagen und der langsam verhallende Klang soll den Dialog

entschleunigen helfen.

Respekt

Ich akzeptiere jedes Gruppenmitglied in seiner Art und Andersartigkeit.

Ich versuche jeder Aussage unvoreingenommen zu begegnen und weder Person noch

Aussage zu werten. Ich urteile nicht in richtig oder falsch. Das wird uns kaum

gelingen, doch ist es schon gut, wenn wir unsere inneren Bewertungen wahrnehmen.

Zuhören

Wirklich zuhören kann ich nur, wenn dieser Respekt vorhanden ist und ich

innerlich nicht schon am Argumente und Erwiderungen sammeln bin. So kann ich

einfach nur zuhören, die Gedanken der sprechenden Person aufnehmen und

versuchen, sie zu verstehen. Zusätzlich höre ich auch mir selbst zu: Meinen

inneren Resonanzen, Gedanken, Wertungen.

Die eigene Sprache sprechen oder "sprich von Herzen"

Im Dialog geht es darum, von dem zu sprechen, was mich wirklich bewegt. Also

nicht möglichst gescheite Gedanken zu etwas, auch nicht angelerntes Wissen,

sondern meine ganz eigene Sicht auf etwas. Unser Sprechen soll „authentisch“

sein, aus mir heraus, engagiert, mit Herzblut.

Suspendieren oder Überzeugungen hinterfragen

 Es macht den eigentlichen Kern des Dialogs aus und ist eine Schlüsselqualität.

Suspendieren heisst „aufhängen“, „in der Schwebe halten“. Wir verstehen

unser Denken zu etwas als Annahme und nicht als Wahrheit. Wir hören anderen

Meinungen respektvoll zu, halten unser Denken und das Gehörte bei uns in der

Schwebe, erkunden unsere Resonanz und unsere Gedanken dazu. „Aha, so kann man

auch darüber denken. Wie denkt „es“ nun bei mir dazu? Wie fühlt es sich an? Entstehen

durch das Gehörte vielleicht ganz neue Gedanken, ein neues Verständnis bei mir?“

 Kontakt:   Martin Heyer

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